Rad und Mountainbike gehören in Graz und Graz-Umgebung zu den stärksten Freizeit-Themen überhaupt. Kaum eine andere Region verbindet so selbstverständlich flache Flusskilometer, alltagstaugliche Radachsen in der Stadt, sportliche Hügelland-Runden, lange Anstiege ins Grazer Bergland und legale Trail-Angebote direkt am Stadtrand. Genau das macht die Gegend so spannend: Zwischen Murauen, Schöckl, Rannach, Platte, Plabutsch, Semriach, Laßnitzhöhe oder Thal liegen sehr unterschiedliche Streckenprofile auf engem Raum. Wer ruhig einrollen möchte, findet entlang der Mur schnelle und einfache Kilometer. Wer lieber Höhenmeter sammelt, hat nördlich, östlich und westlich von Graz genug Auswahl. Und für Mountainbiker:innen gibt es mittlerweile mehrere offizielle und klar benennbare Bereiche, in denen die Region besonders stark ist.
Radfahren und Mountainbiken zwischen Stadt, Mur und Grazer Bergland
Dazu kommt, dass Graz selbst als Ausgangspunkt sehr gut funktioniert. Das Radverkehrsnetz der Stadt umfasst laut offizieller Radkarte Radwege, Geh- und Radwege, Radfahrstreifen und Radrouten im über 800 Kilometer langen Tempo-30-Straßennetz. Für 13 Grazer Hauptradrouten stehen auf graz.at GPS-Tracks und Höhenprofile bereit, und seit Herbst 2025 ist mit dem markierten Innenstadt-Radring HR 0 auch eine durchgängige Hauptradroute von 4,1 Kilometern in der City sichtbar gemacht worden. Für Freizeitrunden ist das deshalb wichtig, weil die Stadt nicht nur Ziel, sondern sehr oft auch der sinnvollste Startpunkt für Ausfahrten in alle Himmelsrichtungen ist.
Der R2 Murradweg als wichtigster Einstieg in die Region
Wer in Graz und Umgebung mit dem Rad unterwegs ist, landet fast automatisch irgendwann auf dem R2. Das ist kein Zufall. Der Murradweg ist die Rad-Hauptschlagader der Region, führt auf rund 60 Kilometern durch die Erlebnisregion Graz und verbindet Stadt, Umland und Landschaft auf eine Weise, die für Einsteiger:innen genauso funktioniert wie für sportliche Tagesrunden. In der Region verlaufen zwei Etappen entlang der Mur: eine nördlich in Richtung Bruck an der Mur beziehungsweise Leoben und eine südlich in Richtung Leibnitz. Der Weg ist in diesem Abschnitt überwiegend flach, flussnah und gut angebunden. Genau deshalb ist der R2 das logische Rückgrat für fast jede größere Radseite rund um Graz.
Gerade im Grazer Stadtgebiet zeigt sich die Stärke des R2 besonders deutlich. Der Weg funktioniert als sportliche Linie, als entspannte Feierabendrunde und als Zubringer zu vielen anderen Touren. Wer von Norden in die Stadt rollt, kommt aus dem Bereich Frohnleiten und Bruck an der Mur über einen landschaftlich ruhigen Abschnitt in Richtung Graz. Wer nach Süden weiterfährt, hat mit der Etappe Graz–Leibnitz einen langen, technisch einfachen Anschluss in die südliche Steiermark. Damit ist der R2 nicht nur ein Radweg entlang des Flusses, sondern die Achse, über die sich große Teile der Radregion überhaupt erst sinnvoll verknüpfen lassen.
Der R49 Mostwärtsradweg zweigt im Südosten ab, der R23 Mariatroster Radweg erschließt den Osten der Stadt, der R28 führt Richtung Stattegg, und der R39 ist die naheliegende Westverbindung nach Thal. Dadurch lassen sich ruhige Einrollkilometer entlang der Mur mit anspruchsvolleren Hügelland- und Bergtouren verbinden, ohne dass die Ausfahrt mit starkem Stadtverkehr beginnen muss. Für Familien, E-Biker:innen und alle, die nicht sofort mit Steigungen starten möchten, ist das ein klarer Vorteil. In der Stadt selbst verbindet er Sehenswürdigkeiten, Murufer, Brücken und Erholungsräume. Wer also nach einer ersten, unkomplizierten Runde sucht, findet am R2 die niedrigste Einstiegshürde. Wer längere Touren plant, nutzt ihn als Verbindungskorridor. Und wer Mountainbike-Runden mit Asphalt-Anfahrt kombinieren möchte, rollt sehr oft zuerst ein Stück auf dem R2, bevor es in Richtung Platte, Rannach, Stattegg oder Plabutsch hinaufgeht.
Radtouren in Graz und GU: vom Fluss ins Hügelland
Nach dem R2 beginnt die eigentliche Vielfalt. Rund um Graz gibt es nicht nur einen großen Flussradweg, sondern mehrere offizielle Genuss- und Sporttouren, die jeweils andere Seiten der Region zeigen. Sehr stark ist dabei der Osten und Südosten rund um Raaba, Hart bei Graz, Laßnitzhöhe, Vasoldsberg und Fernitz. Dort wechseln flachere Verbindungen, Höhenrücken, kleine Ortschaften und längere Panorama-Abschnitte einander ab. Für E-Bikes ist das ideal, aber auch klassische Tourenräder und Trekkingräder kommen dort gut zurecht, solange ein wenig Grundkondition vorhanden ist.
Eine der stärksten offiziellen Runden in diesem Bereich ist die Hügelland Tour 733. Sie ist mit 46 Kilometern, rund 400 Höhenmetern und einer Fahrzeit von etwa dreieinhalb Stunden lang genug für einen halben Tag, bleibt aber technisch gut beherrschbar. Laut Region Graz startet sie im Süden von Graz, wo der R49 Mostwärtsradweg vom R2 abzweigt, führt über Raaba, Pachern, Hart bei Graz und Laßnitzhöhe weiter in Richtung Nestelbach bei Graz und Schemerlhöhe, nimmt später den R66 auf und endet wieder an der Mur mit Anschluss an die Auwiesen. Gerade diese Mischung macht die Runde so attraktiv: ein Stück Mur, dann Hügelland, danach wieder Wald, Ortschaften und zum Schluss erneut flussnahe Landschaft.
An der Hügelland Tour lässt sich gut ablesen, was Radfahren in Graz und GU so stark macht. Es geht nicht um ein einziges Highlight, sondern um den ständigen Wechsel. Auf dieser Runde liegen Laßnitzhöhe, Nestelbachberg, Schemerlhöhe, Vasoldsberg und die Murauen nicht weit auseinander. Das heißt: Die Ausfahrt verändert laufend ihren Charakter. Ein Abschnitt wirkt fast wie Pendeln im Grünen, der nächste eher wie eine klassische Aussichtstour, danach folgt wieder ein ruhiger Teil durch Wald und dörfliche Räume. Für alle, die keine alpine Tour brauchen, aber auch nicht drei Stunden am Fluss entlang fahren möchten, ist das eine sehr starke Region.
Noch sportlicher und stärker auf die Außenbezirke und das Umland ausgerichtet ist die Graz-Umrundung Ost. Die offizielle Stadt-Graz-Beschreibung führt über Petersbergenstraße, Pachern, den R49 Richtung Laßnitzhöhe, weiter über Hönigtal, Ries, Stiftingtal, Schaftalberg, Prellerberg und Kumberg. Diese Runde ist keine klassische Einsteiger-Ausfahrt mehr, sondern eher eine Tour für alle, die Graz einmal anders lesen möchten: nicht über Innenstadt und Mur, sondern über die Höhen, Kuppen und Übergänge am östlichen Rand. Gerade dort zeigt sich, wie eng Stadt und Umland miteinander verzahnt sind. Die Häuserzeilen hören auf, aber die Tour bleibt nie ganz abgelegen. Genau das ist ein großer Pluspunkt.
Für sportlich orientierte Genussfahrer:innen entsteht dadurch ein eigener Reiz. Die Runde im Osten liefert keine endlosen Almen und keinen hochalpinen Charakter, aber sie bringt ständig Bewegung ins Profil. Es geht hinauf, wieder hinunter, dann wieder über einen Rücken, danach durch eine Siedlung oder einen Ortskern. Solche Strecken liegen dem Raum Graz besonders gut, weil sie nicht auf spektakuläre Einzelpunkte angewiesen sind. Die Qualität entsteht aus der Dichte der Übergänge und der Abwechslung zwischen Stadtblick, Hügelland und Kulturlandschaft.
Schöckl und Mariatrost: die starke Radseite im Nordosten
Sobald sich der Blick Richtung Mariatrost, Weinitzen, Stattegg und St. Radegund verschiebt, wird die Region spürbar alpiner. Dort beginnt der Bereich, in dem viele Radtouren von „genussvoll“ zu „sportlich“ kippen. Gleichzeitig gehören genau diese Strecken zu den schönsten in Graz und Umgebung, weil sie mit relativ wenig Distanz schon viel Aussicht und sehr unterschiedliche Landschaftsbilder liefern. Der Schöckl ist dabei die prägende Figur. Rund um ihn entstehen mehrere offizielle Touren, die sich in Länge und Anspruch unterscheiden, aber alle vom gleichen Grundprinzip leben: hinauf zu Panorama, Quellen, Wald und Hochflächen, dann auf Nebenstraßen oder Forstwegen wieder hinunter.
Die kompaktere Variante ist die Panorama Tour 737 rund um St. Radegund und den Schöckl. Region Graz führt sie mit 35 Kilometern, rund 750 Höhenmetern und einer Fahrzeit von dreieinhalb Stunden. Inhaltlich ist sie fast ein Konzentrat dessen, was der Nordosten kann: weite Ausblicke, frisches Quellwasser, alpine Landschaft, verkehrsarme Straßen und mehrere Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke. Die Tour wird ausdrücklich als sportlich fordernd beschrieben, bleibt aber fahrtechnisch kontrollierbar. Für E-Bikes ist sie nahezu ideal, mit klassischem Trekkingrad oder Gravelbike verlangt sie bereits etwas Kondition.
Daneben gibt es den klassischen Stadt-Graz-Tourenvorschlag „Rund um den Schöckl“. Diese Runde startet in Mariatrost, ist mit etwa 50 Kilometern und rund 900 Höhenmetern deutlich länger und orientiert sich am GU3 Panorama Radweg. Sie führt von Mariatrost über Niederschöckl, Rinnegg, St. Radegund, Angerkreuz, Schöcklrundstraße, Leber, Kalkleiten und Hohenberg wieder zurück. Wer den Schöckl erleben will, aber keine reine Gipfeltour sucht, bekommt hier eine der dichtesten und abwechslungsreichsten Rundfahrten im direkten Grazer Umland. Der Reiz liegt nicht nur in einem einzigen Aussichtspunkt, sondern in den vielen Perspektiven auf denselben Berg und auf das Land rundherum.
Noch direkter und härter ist die Tour „Über den Schöckl“. Die Stadt Graz beschreibt sie mit rund 30 Kilometern, etwa 1.100 Höhenmetern und hohen Ansprüchen an Fahrkönnen und Kondition. Start ist beim Sportplatz Stattegg, erreichbar über den R28 Stattegger Radweg. Die Streckenbeschaffenheit mischt Forststraße, Singletrail und Asphalt. Genau das macht diese Tour so besonders: Sie ist keine gemütliche Rundfahrt mit ein paar Höhenmetern, sondern ein echter sportlicher Übergang vom Grazer Stadtrand in ein Berggelände, das bereits deutlich nach Mountainbike und alpinerem Radfahren aussieht.
Der Schöckl funktioniert dabei in mehreren Rollen gleichzeitig. Er ist Aussichtspunkt, Radziel, Mountainbike-Revier und klassischer Hausberg. Holding Graz beschreibt den Panorama-Radrundweg rund um den Schöckl auf 750 bis 1.000 Metern Seehöhe mit Blicken in die Obersteiermark, in die Oststeiermark, nach Süden bis zum Bachern und nach Westen bis zur Koralpe. Dazu kommt ein praktischer Vorteil für sportliche Runden: Downhiller:innen können ihre Räder mit der Schöckl Seilbahn mitnehmen. Damit wird der Berg nicht nur zur Tourenlandschaft, sondern auch zur logistischen Drehscheibe für verschiedene Bike-Stile.
Nördlich von Graz: Lurgrotte, Peggau, Frohnleiten und Schenkenberg
Im Norden von Graz ändert sich die Radregion noch einmal deutlich. Dort kommt mehr Grazer Bergland ins Spiel, die Anstiege werden länger, und die Kombination aus Mur, Hochplateaus und bewaldeten Hängen wird stärker. Besonders gut sichtbar ist das auf der Lurgrotten Tour 739. Region Graz führt sie mit 37 Kilometern, 670 Höhenmetern und rund dreieinhalb Stunden Fahrzeit. Ausgangspunkt ist Peggau, erreichbar über den Murradweg R2 oder mit der S1 zum Bahnhof Peggau-Deutschfeistritz. Die Runde führt über die Hieningstraße hinauf nach Semriach, weiter in Richtung Lurgrotte Semriach und danach hinunter nach Frohnleiten, bevor es auf einer östlichen Variante des Murradwegs wieder zurückgeht.
Gerade diese Tour zeigt sehr gut, warum nördliche Radstrecken in GU einen eigenen Charakter haben. Der Anstieg ist länger und klarer als auf vielen südöstlichen Runden. Dafür wirkt das obere Gelände weiter, ruhiger und bergiger. Auf dem Semriacher Hochplateau öffnen sich Rundblicke auf Schöckl und Grazer Bergland, Semriach selbst bringt Ortskern und Pause hinein, und mit den Lurgrotten gibt es zusätzlich ein sehr markantes Ausflugsziel entlang der Strecke. Das ist mehr als eine reine Trainingsrunde. Es ist eine Tour, die Landschaft, Geologie und klassisches Ausradeln im Murtal miteinander verbindet.
Ebenfalls stark ist in diesem nördlichen Bereich die Schenkenberg Tour 741. Sie startet in Frohnleiten, läuft zunächst über den R2 in Richtung Süden, biegt dann über Adriach, Rabenstein, Murhof und Deutschfeistritz in Richtung Waldstein ab und steigt ab dort in Richtung Schenkenberg an. Region Graz nennt 33,2 Kilometer, rund 560 Höhenmeter und eine Fahrzeit knapp unter drei Stunden. Der Schlüssel dieser Runde liegt im Schlussanstieg: Zuerst verläuft er noch sanft, danach wird er deutlich steiler, bis der Bereich um den Ebenwirt auf etwa 900 Metern erreicht ist. Von dort reicht der Blick auf Schöckl, Rote Wand und Hochlantsch.
Westlich von Graz: Thal, R39 und längere Genussrunden
Auch der Westen hat starke Radtouren, die oft etwas weniger Aufmerksamkeit bekommen als Schöckl oder R2. Dabei beginnt schon knapp hinter Gösting und Eggenberg ein Bereich, der sich sehr gut für mittellange bis längere Genussrunden eignet. Ein wichtiges Bindeglied ist dabei der R39 Thaler Radweg. Er taucht in mehreren Touren als Anschlussroute auf und verbindet den Westen der Stadt mit Thal und den weiteren Ausfahrten ins Hügelland.
Ein gutes Beispiel ist die Runde „I’ll be back 743“. Der Name ist touristisch aufgeladen, inhaltlich ist die Strecke aber schlicht eine starke West-Runde mit 48 Kilometern und rund 700 Höhenmetern. Laut Region Graz führt sie von Thal über Eben, Steinberg, Rohrbach, Reiteregg, St. Bartholomä, Stiwoll, obere und untere Schirning, Gratwein und Straßengel wieder zurück über den R2 nach Graz Gösting und den R39 nach Thal. Gerade diese Linienführung ist spannend, weil sie Westhügel, ländliche Räume, Buschenschank-Gegenden, Badestopp-Möglichkeiten und die Verbindung zurück an die Mur in einer einzigen Runde bündelt.
Solche Touren sind für Graz und GU wichtig, weil sie zeigen, dass die Region nicht nur aus Mur und Schöckl besteht. Westlich von Graz liegt ein dichtes Netz an Straßen, Nebenwegen und Hügelland-Passagen, die sich besonders für E-Bikes, sportliche Tourenräder und Gravel-orientierte Ausfahrten eignen. Dazu kommt, dass diese Strecken oft weniger „klassisch“ wirken als die bekannten Nordost-Runden. Sie sind kleinteiliger, dörflicher und kulinarisch oft sehr dankbar. Gerade in der warmen Jahreszeit passen solche Touren gut, weil mehrere Abschnitte bewusst nach Pausen, Aussicht und Einkehr aussehen und nicht nur nach Trainingsstrecke.
Mountainbike in Graz: legale Stadtstrecken und klare Reviere
Beim Mountainbiken ist rund um Graz vor allem eines wichtig: legale und klar benennbare Angebote. Genau das ist in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Die GBG listet für das Grazer Stadtgebiet mehrere legale Mountainbiketrails und -strecken auf. Am Plabutsch gehören dazu die Plabutsch-Runde vom Thalersee über die Forststraße zum Fürstenstand, der Schorn Trail am Floraquellweg, der Short West Trail vom Thalersee nach Hergott auf der Wies und der Knight Rider Trail von Hergott auf der Wies nach Eggenberg. Am Buchkogel gibt es die Buchkogeltour. Im Bereich Weinitzen–Platte ist der Enzi Trail als legales Angebot ausgewiesen.
Outdooractive und Region Graz weisen ausdrücklich darauf hin, dass legale Möglichkeiten in Zusammenarbeit mit der Stadt geschaffen wurden, um Konflikte einzudämmen. Genau deshalb haben Platte und Plabutsch heute so eine starke Stellung: Dort gibt es nicht nur „irgendwelche Wege“, sondern klar erkennbare Hotspots des Mountainbikens in Graz. Auf der Platte ist der Enzi Trail der älteste der gebauten Trails, dazu kommt dort mittlerweile auch der Ois z’Spaht. Am Plabutsch haben sich die Westside-Trails mit Knight Rider und Schornstein-/Schorn Trail etabliert.
Für die Stadt ist das fast die ideale Lösung. Wer nach Feierabend noch aufs Bike möchte, muss nicht zuerst eine Stunde ins Auto steigen. Platte, Plabutsch und Buchkogel liegen nahe genug, um sie aus Graz heraus anzufahren, und bieten trotzdem echtes Geländegefühl. Besonders die Platte ist ein guter Übergang zwischen klassischer Ausfahrt und Trail-Tag. Sie ist über die östlichen Stadtteile gut erreichbar, die Stephanienwarte ist ein bekanntes Zwischenziel, und die legalen Trails liefern danach eine sportlichere Abfahrt. Plabutsch funktioniert ähnlich, hat aber mit dem Fürstenstand und den Westside-Trails noch stärker den Charakter eines westlichen Stadtbergs mit Trail-Fokus.
Der Knight Rider Trail am Plabutsch ist derzeit einer der bekanntesten Einzeltrails in diesem Zusammenhang. Region Graz führt ihn mit 3,7 Kilometern, rund 252 Höhenmetern im Anstieg und 253 Höhenmetern in der Abfahrt. Er wird als der längere der beiden West Side Trails am Grazer Hausberg Plabutsch beschrieben. Das zeigt gut, wie sich das Angebot rund um Graz verschoben hat: Früher war vieles informell oder nur lokal bekannt, heute lassen sich mehrere Strecken offiziell benennen und sauber in einer redaktionellen Übersicht zusammenführen.
Mountainbike in GU: Hohe Rannach, Pleschkogel und lange Naturtouren
Sobald das Mountainbike-Revier aus der Stadt hinaus ins nördliche und nordwestliche Umland wechselt, werden die Touren länger und klassischer. Dort geht es weniger um gebaute Trails und mehr um lange Runden auf Naturwegen, Forststraßen und aussichtsreichen Übergängen. Einer der Klassiker ist „WM-Luft auf der hohen Rannach“. Region Graz führt diese Tour mit 29,9 Kilometern, 753 Höhenmetern und 3:43 Stunden. Der Rundkurs verläuft über Gratkorn, Ferstlhöhe, Jasen, Fuchskogel, rund um die Rannach, Alpengarten, Dultgraben und Weißegg wieder zurück. Gleichzeitig verweist Region Graz darauf, dass diese Runde auf der Strecke der Mountainbike-Weltmeisterschaft von 2009 liegt.
Gerade die Rannach ist für viele Grazer:innen ein unterschätztes Revier. Sie liegt nicht so dominant im Stadtbild wie der Schöckl, bietet aber sehr viel von dem, was eine starke MTB-Runde braucht: Forstwege, Höhenmeter, Naturcharakter und Blicke über die Region. Dazu kommt, dass die Hohe Rannach sowohl als Ziel eigener Touren als auch als Bestandteil längerer Kombinationsrunden funktioniert. Schon die Stadt Graz führt mit „Auf die Hohe Rannach“ eine Radtour, die über den R2 und den R23 erreichbar ist und deutlich macht, wie eng sich Stadt-Radwege und Bergtouren in dieser Region verschränken.
Noch stärker in Richtung „klassische Grazer Bergland-Runde“ geht die Pleschkogelrunde 130. Region Graz beschreibt sie als sportliche MTB-Runde entlang der vier aussichtsreichen Tausender im Grazer Umland. Die Route wird mit 24 Kilometern, 750 Höhenmetern und etwa 3:15 Stunden geführt. Inhaltlich ist das genau die Art von Tour, für die das Umland nördlich und nordwestlich von Graz besonders bekannt ist: keine kurze Feierabendrunde, sondern eine landschaftlich starke Mountainbike-Ausfahrt mit mehreren markanten Höhenpunkten und echter Tagesrunden-Atmosphäre.
Solche Touren sind gerade für fortgeschrittene Biker:innen interessant, weil sie Kondition fordern, aber nicht zwingend einen Bikepark-Tag verlangen. Es geht mehr um den Mix aus Anstieg, Aussicht, Natur und längerer Linie als um wenige Minuten Downhill. Wer genau das sucht, findet im Raum Gratwein, Gratkorn, Straßengel und Richtung Pleschkogel ein sehr starkes Gebiet. Dort liegt auch die Mühlbacher Hütte, die von Region Graz als klassischer Einkehrpunkt im Zusammenhang mit der Vier-Tausender-Runde erwähnt wird.
Schöckl Trail Area: das bekannteste MTB-Revier rund um Graz
Kein MTB-Text über Graz und Umgebung kommt am Schöckl vorbei. Region Graz beschreibt den 1.445 Meter hohen Schöckl als eines der beliebtesten Ziele der Grazer Mountainbiker:innen und Downhiller:innen. Die Trails dort zählen laut Region Graz zu den anspruchsvollsten in Österreich, und die Schöckl Trail Area wird als besonders markanter Schwerpunkt hervorgehoben. Gleichzeitig ist der Berg nicht nur für Gravity-Fahrer:innen relevant, sondern auch für Tourenbiker:innen, weil rund um den Schöckl ein eigenes Rundstrecken-Netz sowie Panorama-Routen existieren.
Das Schöne am Schöckl ist, dass dort mehrere Radwelten zusammenkommen. Einerseits gibt es die klassischen Höhenmeter auf Forststraßen und Rundwegen. Andererseits steht mit der Trail Area ein eigenständiges Gravity-Angebot bereit. Holding Graz nennt dazu den Panorama-Radrundweg rund um den Berg, und auf der Seilbahn-Seite wird ausdrücklich festgehalten, dass Downhiller:innen ihre Räder mit der Seilbahn mitnehmen können. Das macht den Schöckl für ein breites Publikum interessant: Tourenfahrer:innen, Enduro-Fans, Downhiller:innen und sportliche E-Biker:innen finden dort jeweils andere Zugänge zum selben Berg.
Für das tourenorientierte Mountainbiken sind vor allem zwei Runden hervorzuheben. Der Schöckl Gipfelsturm wird mit 13,2 Kilometern, 750 Höhenmetern und etwa 2:33 Stunden als schwere MTB-Tour geführt. Der Fokus liegt hier auf der sportlichen Auffahrt. Der Schöckl Achter ist länger und runder angelegt: 20,3 Kilometer, 850 Höhenmeter, rund 2:38 Stunden. Region Graz beschreibt die Runde als technisch eher einfach, aber konditionell fordernd, mit überwiegenden Forststraßen und als Teil des MTB-Schöckl-Rundstrecken-Netzwerks. Wer also Schöckl-Feeling ohne reine Downhill-Orientierung sucht, ist mit dem Achter sehr gut bedient.
Für sehr viele Biker:innen liegt genau hier die große Stärke der Region: Nicht jede Runde muss Bikepark sein, und nicht jede Runde muss auf Asphalt enden. Am Schöckl lässt sich beides verbinden. Eine Auffahrt kann sportlich und klassisch ausfallen, eine Abfahrt später trailorientiert. Oder es bleibt bei einer Panorama-Runde mit Einkehr und Blicken weit über die Steiermark hinaus. Diese Flexibilität gibt es in der Nähe einer Stadt nicht oft in dieser Qualität.
Welche Strecken sich für welchen Fahrstil lohnen
Für ruhige, einfache Kilometer ist in Graz und GU der R2 klar die erste Adresse. Wer flach fahren, locker einrollen oder eine Strecke ohne große technische Hürden suchen möchte, ist entlang der Mur richtig. Dazu passen besonders südliche Abschnitte Richtung Feldkirchen, Kalsdorf und weiter hinaus oder nördliche Teilstücke in Richtung Frohnleiten. Auf solchen Linien funktioniert die Region auch für Familien, Gelegenheitsradler:innen und Tourenräder sehr gut.
Für E-Bikes und mittlere Tagesrunden sind die Hügelland Tour 733, die Lurgrotten Tour 739, die Panorama Tour 737 und die West-Runde „I’ll be back 743“ besonders stark. Diese Touren bringen Aussicht, Ortschaften und spürbare, aber gut dosierbare Höhenmeter zusammen. Sie sind lang genug für einen Ausflugstag, aber nicht so extrem, dass sie nur für sehr sportliche Fahrer:innen interessant wären. Gerade deshalb eignen sie sich gut für eine große Kategorienseite: Sie decken die Mitte zwischen Freizeit und Anspruch ab.
Wer sportlicher fährt, findet die stärksten Reviere im Bereich Schöckl, Rannach, Pleschkogel und Plabutsch. Dort wird das Radfahren deutlich bergiger, technischer oder beides. Für Mountainbiker:innen sind legale Stadttrails auf Platte und Plabutsch ein sehr guter Einstieg. Für längere Naturtouren lohnt sich das Grazer Bergland mit Rannach und Pleschkogel. Für Enduro- und Gravity-Fans bleibt der Schöckl die erste Adresse im Nahbereich.
Warum Graz und GU beim Thema Rad und Mountainbike so stark sind
Radfahren und Mountainbiken in Graz und Graz-Umgebung leben von der Dichte der Möglichkeiten. Es gibt nicht nur einen starken Flussradweg und nicht nur einen Hausberg, sondern ein Netz aus zusammenhängenden Optionen. Der R2 liefert die Basis. Östlich und südöstlich folgen Hügelland-Touren mit gutem Flow und vielen Übergängen. Nördlich beginnt das Grazer Bergland mit längeren Anstiegen und stärkerem Landschaftscharakter. Westlich liegen ruhige Genussrunden mit viel Regionalität. Und direkt an der Stadt stehen mit Platte, Plabutsch und Buchkogel legale MTB-Angebote bereit, die durch Schöckl, Rannach und Pleschkogel im Umland ergänzt werden. Genau diese Mischung macht die Region so stark.