Wer rund um Graz eine Wanderung sucht, die nach echtem Abenteuer aussieht und trotzdem gut erreichbar bleibt, landet früher oder später bei der Bärenschützklamm. Zwischen schroffen Felsen, rauschendem Wasser, engen Passagen und langen Holzleitern entsteht hier eine Tour, die deutlich wilder wirkt als viele andere Wanderungen im Grazer Bergland. Genau das macht ihren Reiz aus: Der Weg ist abwechslungsreich, fordernd und landschaftlich eindrucksvoll, ohne dass dafür eine lange Anreise nötig wäre. Dazu kommt die Möglichkeit, die Klamm mit Schüsserlbrunn, Hochlantsch oder der Teichalm zu verbinden. So wird aus der Bärenschützklamm weit mehr als nur ein kurzer Ausflug ins Grüne.
Hinkommen zur Bärenschützklamm
Mit dem Auto
Der klassische Ausgangspunkt liegt in Mixnitz. Dort stehen Parkplätze im Ort sowie zusätzliche Stellflächen im Bereich des Klammzustiegs zur Verfügung. Vom Ort Mixnitz führt der Zustieg in etwa eineinhalb Stunden zum offiziellen Klammeingang, vom Premium-Parkplatz bei der Jausenstation Grassauer dauert der Zustieg ungefähr eine Stunde. Zusätzlich verbindet ein Shuttle beziehungsweise Bummelzug die Parkbereiche in der Hauptsaison.
Mit Bus und Bahn
Die Anreise mit Öffis funktioniert für diese Tour besonders gut, weil der Bahnhof Mixnitz-Bärenschützklamm direkt als Ausgangspunkt nutzbar ist. Mixnitz ist mit der S-Bahn aus Graz gut erreichbar, dazu kommen Regionalbusverbindungen sowie das SAM-Sammeltaxi Oststeiermark. Gerade für eine längere Wanderung ist das ein großer Vorteil, weil Start und Ziel nicht zwingend mit dem Auto organisiert werden müssen.
Nächtigen in der Umgebung
Nächtigen rund um Mixnitz und im Almenland
Wer die Bärenschützklamm nicht unter Zeitdruck gehen möchte, findet rund um Mixnitz, Pernegg und im Naturpark Almenland gute Möglichkeiten zum Nächtigen. Das passt besonders gut, wenn die Klamm mit einer zweiten Tour, einem Abstecher auf den Hochlantsch oder einem ruhigeren Aufenthalt im Grazer Bergland verbunden werden soll. Gerade weil Mixnitz als Wander-Ausgangspunkt für mehrere bekannte Touren funktioniert, zahlt sich eine Übernachtung in der Umgebung oft besonders aus.
Charakter der Wanderung
So fühlt sich die Tour an
Die Bärenschützklamm zählt zu den eindrucksvollsten wasserführenden Felsklammen Österreichs. Der eigentliche Klammsteig ist rund 1,4 Kilometer lang und überwindet etwa 350 Höhenmeter. Dabei führen 109 Brücken und 51 Holzleitern direkt durch die enge Schlucht, vorbei an Wasserfällen, Felswänden und ausgesetzten Steigpassagen. Der Weg ist schmal, abwechslungsreich und deutlich anspruchsvoller als ein normaler Waldweg. Genau das macht die Wanderung so besonders.
Für wen die Wanderung gut passt
Die Bärenschützklamm ist keine Familienrunde für ganz kleine Kinder und auch kein gemütlicher Spazierweg. Sie gilt als anspruchsvolle Wanderung, die sich vor allem für geübte Wandernde, bergerfahrene Ausflügler:innen und fitte Familien mit größeren Kindern eignet. Für Kinder ab etwa sieben Jahren ist die Tour gut machbar, sofern Trittsicherheit vorhanden ist. Hunde dürfen nicht in die Klamm.
Ausrüstung für die Bärenschützklamm
Für die Bärenschützklamm sind feste Wanderschuhe mit gutem Profil Pflicht. Die Kombination aus Leitern, Holzstegen, feuchten Passagen und steileren Wegabschnitten verlangt sicheres Gehen und Aufmerksamkeit. Sinnvoll sind außerdem ausreichend Wasser, griffige Kleidung für wechselnde Temperaturen in der Schlucht und genügend Zeitreserven für Pausen, Zustieg und Abstieg. Wer die Klamm mit Hochlantsch oder Teichalm verbindet, sollte die Tour als vollen Wandertag planen.
Sehenswertes in der Bärenschützklamm
Wasserfälle, Leitern und enge Felsgassen
Der stärkste Eindruck entsteht direkt in der Klamm selbst. Holzbrücken und Leitern ziehen sich durch das enge Felsband, während das Wasser darunter in Kaskaden und Wasserfällen talwärts rauscht. Besonders markant sind Passagen wie das „Kanonenrohr“, der große Wasserfall, die „Sechs hohen Leitern“ und das „Schwalbennest“. Gerade diese Stellen verleihen der Bärenschützklamm ihren fast ikonischen Charakter.
Schüsserlbrunn und Steirischer Jokl
Nach dem Klamm-Ausstieg geht der Charakter der Wanderung noch einmal in eine andere Richtung. Der Weg führt weiter zum „Guten Hirten“, danach hinauf zum „Steirischen Jokl“ und zum bekannten Kirchlein Schüsserlbrunn. Dort verbindet sich das Wasser- und Felsabenteuer der Klamm mit klassischem Almen- und Aussichtserlebnis im Grazer Bergland.
Hochlantsch und Teichalm als Erweiterung
Die Bärenschützklamm ist nicht nur ein einzelner Klammweg, sondern Teil eines größeren Wandergebiets. Von Schüsserlbrunn aus lässt sich die Tour Richtung Hochlantsch oder Teichalm verlängern. Dadurch wird aus der Klammwanderung eine ausgedehnte Tagestour mit zusätzlichem Gipfel- oder Almencharakter.
Touren in der Bärenschützklamm
Die klassische Runde ab Mixnitz
Für viele ist die Bärenschützklamm-Runde ab Mixnitz die beste Hauptvariante. Dabei geht es durch die Klamm bis zum „Guten Hirten“ und über den sogenannten Prügelweg wieder zurück nach Mixnitz. Diese Runde dauert etwa 4,5 Stunden und ist die kürzeste vollständige Haupttour durch die Klamm. Sie eignet sich besonders gut, wenn die Bärenschützklamm selbst im Mittelpunkt stehen soll.
Durch die Klamm nach Schüsserlbrunn
Wer etwas mehr daraus machen möchte, geht von Mixnitz durch die Klamm weiter bis Schüsserlbrunn und kehrt danach über den „Guten Hirten“ und den Prügelweg zurück. Diese Variante bringt zusätzliche Aussicht und einen der bekanntesten Wallfahrtsorte im Grazer Bergland ins Spiel und dauert ungefähr sechs Stunden.
Bärenschützklamm, Hochlantsch und Teichalm
Die große Kombination über den Hochlantsch bis zur Teichalm ist eine starke Tagestour für alle, die aus der Klammwanderung ein echtes Bergprojekt machen möchten. Für die Strecke Mixnitz – Bärenschützklamm – Hochlantsch – Teichalm sind rund 13,5 Kilometer, etwa 5:15 Stunden Gehzeit, 1.270 Höhenmeter im Aufstieg und ein Endpunkt am Teichalmsee einzuplanen. Alternativ gibt es auch eine schwere Rundwanderung ab Teichalm mit etwa 15 Kilometern und fünf Stunden Gehzeit.
Jahreszeitempfehlungen für die Bärenschützklamm
Die beste Zeit für die Wanderung
Die Bärenschützklamm ist von Mai bis Oktober geöffnet und nur bei Schönwetter begehbar. Außerhalb dieser Zeit ist das Betreten verboten und lebensgefährlich. Besonders stark wirkt die Tour an warmen Tagen zwischen spätem Frühling und frühem Herbst, wenn viel Wasser in der Klamm ist und die Temperatur in der Schlucht angenehm bleibt. Gleichzeitig bleibt genug Tageslicht für Zustieg, Klammweg und Rückweg.
Worauf man achten sollte
Der Klammeinstieg ist nur bis 16:00 Uhr möglich. Die gesamte Tour braucht zusätzlich Zeit für den Zustieg ab Mixnitz, für Pausen und für den Rückweg. Gerade deshalb lohnt sich ein früher Start. In der Klamm selbst ist gutes Wetter wichtig, weil Nässe und rutschige Holzsteige den Anspruch der Tour deutlich erhöhen.
Fazit: Für wen sich die Bärenschützklamm besonders auszahlt
Die Bärenschützklamm ist eine der stärksten Wanderungen im erweiterten Grazer Umland für alle, die Wasser, Fels, Leitern und echtes Schluchtgefühl suchen. Sie verbindet einen gut erreichbaren Ausgangspunkt mit einer ungewöhnlich spektakulären Weganlage und lässt sich je nach Kondition zu einer halbtägigen Runde oder zu einer großen Bergtour Richtung Hochlantsch und Teichalm ausbauen. Wer eine Wanderung mit hoher Erlebnisdichte sucht, findet hier eines der markantesten Ziele im Grazer Bergland.