Der Mariazeller Weg zählt zu den bekanntesten Pilgerwegen der Steiermark. Die Route führt in zehn Tagesetappen von Bad Schwanberg beziehungsweise ab dem eigentlichen Etappenstart in Eibiswald durch die Weststeiermark, weiter über Graz und das Almenland bis in die Hochsteiermark nach Mariazell. Insgesamt umfasst der Weg 227,8 Kilometer, rund 80 Stunden Gehzeit sowie 7.720 Höhenmeter im Aufstieg. Der höchste Punkt liegt bei 1.480 Metern.
Pilgern von Bad Schwanberg bis Mariazell
Für eine Übersichtsseite über Regionen rund um Graz passt der Mariazeller Weg besonders gut, weil die Route mehrere sehr unterschiedliche Landschaften verbindet: Weinland und Hügelland im Süden, städtische Abschnitte in Graz, Almgebiete rund um den Schöckl und die Sommeralm sowie die langen, ruhigeren Schlussstücke Richtung Veitsch, Mürzsteg und Mariazell. Wer nicht den gesamten Weg am Stück gehen will, findet damit auch einzelne Etappen für Tages- oder Wochenendtouren.
Fakten zum Mariazeller Weg
Die Einteilung in zehn Etappen ist ein Vorschlag. Gerade im nördlichen Teil gibt es Varianten, weil der Weg rund um Schanz, Krieglach, Mürzsteg und Mariazell unterschiedlich aufgeteilt werden kann. Auf den offiziellen Etappenseiten sind deshalb die Tagesetappen 8 und 9 teils als A- und B-Variante ausgewiesen.
Alle Tagesetappen am Mariazeller Weg
1. Etappe: Soboth bis Eibiswald
Die erste Tagesetappe gilt als guter Einstieg. Sie ist 18,3 Kilometer lang, dauert rund 6:30 Stunden und ist trotz ihrer Länge eher moderat, weil sie großteils bergab führt. Ausgangspunkt ist Soboth, das erste Etappenziel ist Eibiswald mit historischem Ortskern und mehreren sakralen Stationen am Weg.
2. Etappe: Eibiswald bis Deutschlandsberg
Am zweiten Tag wird der Weg deutlich fordernder. Die Etappe misst 25 Kilometer, dauert etwa 10 Stunden und führt durch die Weststeiermark Richtung Deutschlandsberg. Inhaltlich prägen Schloss Limberg, Schwanberg, die Burgsiedlung und das Schilcherland diesen Abschnitt.
3. Etappe: Deutschlandsberg bis Stainz
Die dritte Etappe ist mit 16,2 Kilometern etwas kürzer und in rund 5:30 Stunden zu gehen. Sie verbindet zahlreiche Kirchen, Bildstöcke und typische Landschaften des Schilcherlands. Inhaltlich passt diese Strecke gut zu allen, die den Pilgerweg mit Kulinarik, Weinbau und kleineren Kulturstopps verbinden möchten.
4. Etappe: Stainz bis Mooskirchen
Mit 15,4 Kilometern und rund 4 Stunden Gehzeit ist das die letzte eher kurze und flachere Tagesetappe, bevor der Weg später spürbar länger und alpiner wird. Der Abschnitt führt durch ruhige Kulturlandschaft mit mehreren Kirchen und Bildstöcken und bringt den Weg weiter Richtung Zentralraum.
5. Etappe: Mooskirchen bis Graz
Die fünfte Etappe ist 25,9 Kilometer lang und dauert rund 9 Stunden. Sie führt mit Blick auf Graz in die Landeshauptstadt hinein. Unterwegs markieren Bildstöcke, Kirchen und der Übergang vom ländlichen Raum in den Stadtraum den Charakter des Tages. Ein markanter Punkt ist Schloss Eggenberg, bevor der Weg in Graz ausläuft.
6. Etappe: Graz bis Passail
Diese Etappe ist für viele der markanteste Abschnitt rund um Graz. Von Graz geht es über den Hilmteich zur Basilika Mariatrost und weiter auf den Schöckl. Danach führt der Weg Richtung Passail. Mit 33,7 Kilometern, etwa 11 Stunden Gehzeit und 1.446 Höhenmetern im Aufstieg zählt sie zu den anspruchsvolleren Tagen der gesamten Route.
7. Etappe: Passail bis Schanz
Der siebente Tag führt über das Almenland auf die Sommeralm und weiter über das Straßegg Richtung Schanz. Diese Etappe ist 31 Kilometer lang, dauert rund 10 Stunden und führt bereits tief in jene Landschaften, die viele mit klassischem Weitwandern in der Obersteiermark verbinden. Das Straßegg gilt seit Langem als wichtiger Treffpunkt für Pilgernde.
8. Etappe A: Schanz bis Veitsch
Die Variante 8A ist eine sehr lange und fordernde Etappe. Sie misst 35,8 Kilometer, dauert rund 12 Stunden und führt über Mitterdorf im Mürztal, die Hundskopfhütte und den Pretalsattel weiter nach Veitsch. Offiziell wird darauf hingewiesen, dass viele den Abschnitt zwischen Mitterdorf und Veitsch teilweise mit Taxi oder Bus abkürzen, weil ein Teil entlang der Landesstraße verläuft.
8. Etappe B: Schanz bis Krieglach
Die Alternative 8B führt von der Schanz über die Waldheimat und den Hochgölk hinunter nach Krieglach. Sie ist mit 20,9 Kilometern und rund 7 Stunden deutlich kompakter als die A-Variante. Inhaltlich ist sie eng mit Peter Rosegger verbunden, denn Geburtshaus, Waldschule und das Österreichische Wandermuseum liegen in dieser Region.
9. Etappe A: Veitsch bis Mariazell
Wer am Vortag die A-Variante gewählt hat, erreicht mit Etappe 9A direkt das Ziel. Die Strecke ist 27,6 Kilometer lang, dauert rund 9 Stunden und führt als Almenwanderung mit schönen Ausblicken auf das Mariazeller Land über den Kreuzberg zur Basilika in Mariazell.
9. Etappe B: Krieglach bis Mürzsteg
Die B-Variante verläuft von Krieglach über das Veitschbachtörl und den Schoberstein nach Mürzsteg. Diese Etappe bringt 25,9 Kilometer, etwa 9 Stunden Gehzeit und den höchsten Punkt der Variante mit 1.510 Metern. Mürzsteg ist dabei der vorletzte Etappenort vor Mariazell.
10. Etappe B: Mürzsteg bis Mariazell
Die letzte Etappe der B-Variante führt von Mürzsteg über das Buchalpenkreuz, Schöneben und die Mooshuben nach Mariazell. Sie ist 21,9 Kilometer lang, dauert rund 7:30 Stunden und gilt als würdiger Schlusstag mit noch einmal einem größeren Anstieg, bevor der Weg schließlich bei der Basilika endet.
Nächtigen am Mariazeller Weg
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Für wen sich der Mariazeller Weg besonders gut eignet
Der Mariazeller Weg ist kein reiner Pilgerweg für religiös motivierte Menschen. Die Route eignet sich auch für Wandernde, die die Steiermark über mehrere Landschaftsräume hinweg erleben möchten. Gerade die Abschnitte rund um Graz, Mariatrost, Schöckl, Passail und das Almenland sind auch als einzelne Touren oder verlängerte Wochenenden interessant. Wer den kompletten Weg gehen will, sollte Kondition, Zeitreserven und eine gute Etappenplanung mitbringen. Die offiziellen Angaben stufen einzelne Tagesabschnitte wiederholt als schwer ein.
Was den Mariazeller Weg rund um Graz besonders macht
Für den Raum rund um Graz ist vor allem die Kombination aus Stadtnähe und Weitwandercharakter spannend. Der Mariazeller Weg kommt nicht nur durch Graz, sondern verbindet die Stadt direkt mit Mariatrost, dem Schöckl und dem Übergang ins Almenland. Dadurch entsteht ein Abschnitt, der sich deutlich von klassischen Fernwanderwegen unterscheidet: erst urban, dann wallfahrtsnah, danach alpin und aussichtsreich. Genau das macht den Weg auch für alle interessant, die nicht sofort zehn Tage am Stück planen, sondern zuerst einzelne Teilstücke testen möchten.